Die Veröffentlichung vom Autobahnpolizei Simulator 2 könnte besser verlaufen sein, zugegeben. Nun aber ist das Spiel schon einige Wochen erhältlich und wurde bereits mit ersten Updates versehen. Können diese Updates das Spiel wieder auf Vordermann bringen? Anfangs sei es schließlich unspielbar gewesen, sagt man.

Bevor wir unsere Karriere als Autobahnpolizist beginnen und unsere alltäglichen Kontrollfahrten ausführen dürfen, müssen wir erst unseren „Traumpolizist“ erstellen. Das heißt: Einen von drei unterschiedlichen Charakteren auswählen und diesen nach Belieben anpassen – wie es einem gefällt. Von Kopf bis Fuß. Nach etwas längerer Ladezeit befinden wir uns endlich auf der voll ausgebauten Polizeistation. Unmittelbar nach Beginn bekommen wir schon die erste Aufgabe, uns beim Empfang anzumelden. Wie wir in der kleinen, vertonten Filmsequenz erfahren, welche uns im Verlaufe des Spiels übrigens häufiger begegnen werden, sollen wir uns direkt zum Chef begeben. Auf dem Weg dorthin fällt uns auf, dass die Kamerasteuerung mit der Maus sehr träge ist und hektische Bewegungen mit der Maus gemacht werden müssen, um noch halbwegs schnell „um die Ecke“ zu kommen. Währenddessen wir uns zum Chef begeben, kommen wir an verschiedenen, teils noch geschlossenen Räumen vorbei. Die Polizeiwache ist voll begehbar, aber anfangs sind viele Räume, darunter beispielsweise ein Überwachungs- und ein Besprechungsraum, noch nicht freigeschaltet. Diese können mithilfe der gesammelten Erfahrungspunkte nach und nach freigeschaltet werden. Leider aber haben freigeschaltete Räume keine weitere Funktion, sodass hier etwas Ansporn zur Freischaltung fehlt. Nach der Filmsequenz, welche durch auswählbare Antworten einen unterschiedlichen Verlauf nimmt, werden wir von Roland Becker, unserem Chef, weiter ins nächste Büro geschickt. Nach weiteren Gesprächen dürfen wir nun endlich unsere Dienstuniform anziehen und uns mit dem Kollegen namens Hans Haas auf Streife begeben.

Auf geht‘s zur ersten Kontrollfahrt auf die Autobahn. Doch nach relativ kurzer Zeit, schon bevor wir einen Verkehrsteilnehmer anhalten und kontrollieren, geht uns der Spielspaß aufgrund einiger Faktoren verloren. Das Fahrverhalten des Polizeiautos ist einfach nur miserable. Neben der schwammigen Steuerung sind falsch eingestellte Rückspiegel nur suboptimal. Zwar können die Fahrzeuge mit höherer Geschwindigkeit und mehr Bodenhaftung geupdatet werden, was aber wenig am bereits schlechten Fahrverhalten ändert. Beiläufig kann zwischen einem E-Horn und Überlandhorn gewechselt werden. Alle drei Polizeifahrzeuge verfügen über eine Matrix, der Van darunter sogar eine große LED-Heckmatrix, auf der beispielsweise Geschwindigkeitsbegrenzungen angezeigt oder vor Staus gewarnt werden kann. Dieser und das zivile Polizeiauto müssen erst aber freigeschaltet werden, genauso wie der Hubschrauber, welcher die Polizisten passiv bei einer Verfolgungsjagd unterstützt, aber keinen wirklichen Nutzen hat. Abgesehen von den nicht realistischen Sounds, vor allem bei höheren Geschwindigkeiten, enthalten die Fahrzeuge noch viele kleinere Fehler, wie beispielsweise die Tachonadel der Autos, welche mit höherer Geschwindigkeit immer mehr aus der Tachomitte herauswandert.

Die Kamerasteuerung: eine Zumutung.

Plötzlich erreicht uns ein Einsatz, den wir selbstverständlich annehmen. Auf dem Weg zum Unfallort stellen wir fest, dass die Karte riesig ist und somit längere Fahrzeiten anfallen, was umso schöner und realistischer ist. Aber auf der Anfahrt haben wir kaum ein anderes Auto überholen können, weil wenig Verkehr auf den Autobahnen im Spiel herrscht. Und wenn ein KI-Auto mal gesichtet wurde, denkt man, es fahren nur Betrunkene. Denn die plötzlichen Lenkbewegungen und Abbremsungen aus dem Nichts sind sehr stören. Dafür ist vor dem Unfallort ein riesiger Stau – und kein einziges Fahrzeug bildet eine Rettungsgasse, obwohl das Blaulicht- und Martinshorn an sind sowie auch die Matrix aktiviert ist. Ein Glück, dass wir uns hindurchschlängeln konnten. Am Unfallort angekommen, beginnt die Unfallsicherung. Nachdem die Teilaufgabe abgeschlossen ist, geht es um das eigentliche Geschehen. Und wir haben festgestellt, dass die vielen Teilaufgaben sehr detailliert und umfangreich sind. In unserem jetzigen Fall müssen wir eine Unfallskizze erstellen, in der jedes Auto einzeln inklusive der tatsächlichen Ausrichtung platziert werden muss. Weiterhin sind wir dazu gehalten, Beweisfotos von jedem beteiligten Fahrzeug zu schießen. Zur Vereinfachung werden uns noch nicht fotografierte Autos blau dargestellt. Zum Schluss müssen wir noch eine Passantenbefragung, sowohl von Opfern als auch Zeugen, durchführen. Auch hier haben wir die Möglichkeit, verschiedene Antworten auszuwählen und dadurch den Verlauf des Gespräches zu beeinflussen. Einige Passanten hatten bei uns sogar einen Schock erlitten. Nach mehreren solchen Einsätzen erkennt man aber eine gewisse Logik, denn die Einsätze nehmen immer wieder denselben oder ähnlichen Verlauf an. Etwas anders ist es bei den allgemeinen Verkehrskontrollen. Auch hier haben wir wieder die Möglichkeit, vieles im Auto zu durchforsten. Beispielsweise können wir den Kofferraum öffnen und die Gegenstände auf Verdacht prüfen. Die Führerscheindaten können ebenfalls mit der Person und dem Auto abgeglichen werden. Mal stimmt alles überein, mal wieder nicht. Beim Alkohol- und Drogentest wird dem Spieler etwas Geschicklichkeit abverlangt, was hier einem Minispiel ähnelt. Letztendlich liegt die Entscheidung beim Polizisten, welche Strafe er dem Betroffenen verhängt. Das ist schwieriger als man denkt: Vom Spiel wird bewertet, welche Strafe vergeben wurde und welche hätte man vergeben müssen. Hier liegt man häufig falsch, denn in der Realität dürfte der ein oder andere Fahrer gar nicht mehr mit dem Auto weiterfahren – im Spiel aber schon. Neben diesen Einsätzen gibt es noch viele Weitere, darunter Verfolgungsjagden oder Geschwindigkeitskontrollen. Die beinhaltete Story hält 20 Missionen bereit. Diese haben wir jedoch innerhalb weniger Stunden durchgespielt und dabei waren sie noch nicht mal eine große Herausforderung.

Performance

Die Performance lässt zu wünschen übrig, trotz das die Grafik des Spiels kein Hit ist. Die 60 Bilder pro Sekunde sind hier weit entfernt. Selbst auf neuen, leistungsstärkeren Systemen ist die schlechte Performance spürbar.

Fazit

Das Spiel hält viele Aufgaben im Leben eines Autobahnpolizists in Minispielform bereit. Die “Minispiele”, in denen unter anderem Geschicklichkeit abverlangt wird, sind gut, die Simulation jedoch nicht so sehr. Die Fahrphysik, die Grafik und die Performance enttäuschen bei diesem Spiel sehr. Spielspaß und Motivation, weiter zu machen, gibt es hier kaum. Vielleicht mal für fünf Minuten zwischendurch – aber auch nur, wenn man nichts anderes zu tun weiß. Hier bei dem Spiel bleibt es leider nur eine gute Idee. Den Autobahn Polizei Simulator 2 können wir nicht empfehlen.

Pro & Kontra 

Pro 

  • Viele detailreiche Aufgaben
  • Viele Arten von Einsätzen
  • Drei verschiedene Fahrzeuge
  • Voll begehbare Polizeistation
  • Vertonte Filmsequenzen

Kontra

  • Schlechte Grafik
  • Schlechtes Verhalten der KI
  • Story ist keine Herausforderung und schnell durchgespielt
  • Träge Steuerung
  • Verbesserungswürdige Fahrphysik der Autos
  • Schlechte Sounds der Polizeifahrzeuge
  • Verhältnismäßig schlechte Performance
  • Viele Bugs enthalten
  • Einsätze nehmen immer wieder den selben Verlauf
  • Alle Spuren führen immer zum richtigen Ergebnis
Grafisch ist die Simulation nicht ansprechend.
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Dennis Pitz
Zusammen mit Benjamin Zekavica habe ich GamesAry gegründet. Erfahrung zum Verfassen von redaktionellen und journalistischen Beiträgen konnte ich bei einer anderen - leider nicht mehr existierenden - präsenten Nachrichtenseite sammeln. Für GamesAry verfasse ich Beiträge auf unserer Internetseite und leite zudem noch die offizielle Facebook-Seite.