Es war von jedem schon einmal der Kindheitstraum, ein Fahrgeschäft zu steuern und Leute zum Kreischen bringen. Virtual Rides 3 soll einen noch realistischeren und beeindruckenderen Kirmesplatz als je zuvor bieten. Kann man die Aussage bestätigen?

Die komplexe Fahrgeschäfts Simulation bietet zwölf abwechslungsreiche Fahrgeschäfte, die alle nach den Vorstellungen des Spielers individuell angepasst werden können. Dabei spielt es keine Rolle, ob Name des Fahrgeschäfts, die Beleuchtung, Farben, Theme oder sogar Effektgeräte wie Nebenmaschinen, Laser und Moving-Heads geändert oder hinzugefügt werden – der Spieler hat die Qual der Wahl. Beigefügt sind Songs und typische Kirmes-Jingles, die an jedem Fahrgeschäft über das Menü aufruf- und abspielbar sind. Eigene Lieder und Jingles können später manuell hinzugefügt werden. Doch es ist nicht so einfach, wie man denkt; jedes einzelne Lied muss vorher in das “OGG”-Format konvertiert werden. Auf die Dauer ist dies sehr ätzend, da es doch längere Zeit beansprucht, Lieder herunterzuladen und anschließend noch in ein anderes Format zu konvertieren.

Ein Glück, dass noch selbst kurzfristige Ansagen durch das Mikrofon gemacht werden können. Die Simulation erkennt angeschlossene (Audio)-Eingabegeräte. Kurzfristig können Ansagen entweder mit oder ohne Klangeffekte wiedergegeben werden. Einstellungen wie das Echo oder die Tiefen können manuell eingestellt werden.

Es ist gar nicht so schwer, ein Fahrgeschäft zu steuern. Oder ist das nur im Spiel so? Alle Fahrgeschäfte haben die gleiche und eine einfache Steuerung, sodass sich Neulinge sehr schnell zurechtfinden. Ein Tutorial ist ebenso enthalten, welches aber sehr lückenhaft und zugleich weniger hilfreich ist. Leider sehen sich die Pulte der Fahrgeschäfte bis auf wenige Knöpfe sehr ähnlich. Als „echter“ Operator der Fahrgeschäfte mit sehr realistischen Verhaltensweisen hätte man deutlich mehr Erwartungen. So ist weniger Spielspaß geboten, da sich die Vorgänge, die Steuerung und die Pulte ständig wiederholen, unabhängig vom Fahrgeschäft. Von vielen Operator-Häuschen hat man einen schlechten Einblick auf das Fahrgeschäft. Die Kameraperspektiven sind sehr stark eingeschränkt und einfach gehalten. Kameras können, wenn überhaupt, nur gedreht werden – Bewegungsfreiheit ist hier ein Fremdwort. Teilweise kommt es vor, dass das komplette Fahrgeschäft nicht auf das Bild zu bekommen ist.

Besichtigt man in Ruhe den Park zur Fuß, fallen einem die schönen Umgebungssounds auf. Damit man immer weiß, wo man ist, gibt es eine sehr übersichtliche und informationsreiche Übersichtsmap. Auch das Menü ist sehr übersichtlich gestaltet. Hervorstechend sind die (Motoren)-Sounds der einzelnen Fahrgeschäfte: Jedes Fahrgeschäft wurde mit den gleichen Sounds versehen, und in diesen steckt noch deutlich mehr Potenzial drin. Kirmessen finden hauptsächlich spät abends statt – im Spiel bleibt auch nichts anderes übrig, da sich mittags keine Besucher auf dem Platz befinden. Am späten Abend aber verhalten sich die Menschen sehr realistisch. Sie kaufen Tickets, suchen sich einen freien Platz auf dem Fahrgeschäft und steigen anschließend ein und heben sogar während der Fahrt die Hände. War die Fahrt zu wild? Dies ist an sich übergebenden Fahrgästen zu sehen, sowohl während der Fahrt als auch nach der Fahrt. Jedes der zwölf Fahrgeschäfte hat Mitarbeiter (diese tragen Kappen mit der Aufschrift „Staff“), welche Tickets auf dem Fahrgeschäft kurz vor Fahrtbeginn kontrollieren und einsammeln oder sogar die Bügel öffnen und /oder schließen.

Man merkt, dass das Spiel noch nicht 100 prozentig ausgereift ist. Es gibt noch viele Bugs. Öfters kommt es vor, dass sich Menschen nicht ordentlich an die Kasse anstellen (können). Die Folge: Keiner kauft mehr ein Ticket und somit bleibt das Fahrgeschäft leer. Besonders ärgerlich ist es, wenn das Fahrgeschäft „vorgerückt“ wird (sprich sich mit langsamer Geschwindigkeit mit offenen Bügeln bewegt). Wird das Fahrgeschäft vorgerückt und kommt anschließend wieder zum Stillstand, steigen alle Fahrgäste wieder ab, als wenn die Fahrt schon vorbei wäre. Aber dabei hat sie noch nicht mal angefangen.

Begleitet werden die oben beschriebenen Sachen durch eine schöne Grafik. An der einen oder anderen Stelle treten durch die Fahrgeschäfte erzeugte Verzerrungen auf. Besonders extrem war es in unserem Test bei dem Fahrgeschäft „Titan“. Doch wenn man das Spiel das erste Mal startet, sind die Voreinstellungen sehr hoch. Dies ist ärgerlich, sowohl für Nutzer mit älteren Computern als auch für Nutzer mit neueren Computern, da das Spiel generell sehr performancelastig ist.

Ausblick

Die Entwickler kündigten auf deren Facebook-Seite an, hoch motiviert zu sein, das Spiel weiterzuentwickeln und auf die Kritik der Kunden einzugehen. Die Arbeiten laufen weiter auf Hochtouren, damit Virtual Rides 3 noch besser wird. Es werde sogar noch die eine oder andere Überraschung dieses Jahr geben, denn sie seien schließlich noch nicht am Ende angelangt, teilten die Entwickler mit.

Fazit

Die oben beschriebene Aussage lässt sich bestätigen. Im Gegensatz zu Virtual Rides 2 gab es unzählige Verbesserungen sowohl von der Grafik als auch von den Fahrgeschäften her. Eine so umfangreiche Fahrgeschäfts Simulation gibt es bisher nicht. Dennoch enthält das Spiel viele Bugs und Dinge, die verbessert werden könnten. Die Entwickler geben alles, um die vorhandenen Fehler noch zu verbessern. Leider gibt es viele Faktoren, die den Spielspaß (stark) einschränken.

Käufer sollten für Virtual Rides 3 aufgrund der hohen Performance im Besitz mittlerer bis guter Gaming-PCs sein.

 

Pro & Kontra 

Pro 

  • 12 abwechslungsreiche Fahrgeschäfte
  • Komplexe Simulation
  • Eigene Lieder und Jingles können ergänzt werden
  • Viele Anpassungsmöglichkeiten an Fahrgeschäften
  • Realistische physikalische Verhaltensweisen
  • Schöne Grafik
  • Einfache Steuerung
  • Realistisches Menschenverhalten
  • Es können kurzfristige Ansagen gemacht werden
  • Übersichtliche Map und Menü

Kontra

  • Viele Bugs
  • Voreinstellungen deutlich zu hoch
  • Sehr Performancelastig
  • Lückenhaftes Tutorial
  • Wenig Spielspaß
  • Schlechte Kameraperspektiven/-steuerung
  • Selbst eingefügte Lieder müssen im OGG-Format eingefügt werden
  • Mittags keine Besucher auf dem Platz
  • (Motoren)-Sounds verbesserungswürdig
Virtual Rides III günstig kaufen!

Dies könnte Dich auch interessieren!

Car Mechanic Simulator 2018 – Review Die Einen fanden den Car Mechanic Simulator 2015 gut - die Anderen eher fürchterlich. Mit dem Car Mechanic Simulator 2018 wollen die Entwickler "Red Dot Games" einen "Quantensprung" nach vorne machen. Ist ihnen das gelungen? Wir haben das Spiel getestet! In der Werkstatt angelangt, werden wir zum Einstieg von einem sehr umfangreichen Tutorial begrüßt, welches in einer voll ausgerüsteten Werksta...
Busbetrieb-Simulator – Das Review Ja: Der Vorgänger vom Busbetrieb-Simulator "Advanced Omnibus Driver" des selben Entwicklers "PeDePe GbR " war schon sehr erfolgreich für den beliebtesten Bus Simulator OMSI 2. Doch jetzt setzt er noch einen drauf: mit dem Busbetrieb-Simulator. Gibt es überhaupt noch mehr zu bieten? Wir wollten es wissen und haben das Spiel für Dich getestet! Sorgt diese Erweiterung wirklich für mehr Motivation? ...
Notruf 112 “Kleineinsatzfahrzeug” – Das Review Notruf 112 entwickelt sich Stück für Stück weiter. Auch das erste DLC durften Spieler schon begrüßen. Im ersten DLC handelt es sich um das Kleineinsatzfahrzeug. Wie sich das Fahrzeug macht und wie realistisch die Einsätze wirklich sind, haben wir für Dich getestet. Da bei der Feuerwehr Simulation "Notruf 112" zufällige Einsätze generiert werden, mussten wir erst mal einige Zeit warten, bis ...
Bus Simulator 16 DLC “MAN Lion’s City CNG Pack” im Test! Die DLCs für den Bus Simulator 16 sammeln sich an. Kürzlich erschien das „MAN Lion‘s City CNG Pack“. Es ist das erste Pack, welches CNG-Busse enthält. Hält es, was es verspricht? Und wie sind die Erdgasbusse umgesetzt? Merkt man was davon? Nun, CNG-Busse sind gefragter denn je dank ihrer Umweltfreundlichkeit. Als wir das erste Mal das Spiel starteten, stach uns das sehr detaillierte Modell ...
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Grafik
Abwechslung
Performance
Spielspaß
TEILEN
Dennis Pitz
Ich bin Dennis, Mitgründer von GamesAry. Mein Aufgabengebiet ist die komplette Organisation und Koordination des gesamten Teams. Des Weiteren bin ich im Support tätig und schreibe Artikel jeglicher Art.