Train Simulator und Train Sim World – beides Zug Simulationen. Aber einen Train Mechanic Simulator? Den gab es bisher noch nie! An für sich keine schlechte Idee. Wie wir das sehen, erfährst Du in diesem Review!

Gestartet wird in der Werkstatt, welche auf den ersten Blick sehr detailliert und vor allem schön gestaltet ist. Man hat sein eigenes Büro und wird von nichts Anderem gestört. Nachdem man die komplette Werkstatt erkundigt hat, kann bereits der erste Auftrag angenommen werden. Aufgabe ist es, defekte Stahl-Gummifedern zu reparieren. Kurz nach der Annahme des Auftrags rollt die erste Lok in die etwas ältere Werkstatt ein. Schnell haben wir gemerkt: Der Teufel liegt im Detail – es ist gar nicht so einfach, wie man denkt. Hier muss Schritt für Schritt vorgegangen werden, indem erst Schrauben rausgedreht werden müssen, der Zustand der einzelnen Teile, wie der Treibsatz, getestet werden muss, das neue (Ersatz-)Teil eingebaut und wieder festgeschraubt werden muss. Und, und, und …

Ziemlich komplex. Nach einer gewissen Zeit bekommt man dort etwas Routine rein. Durch die vielen Missionen, welche teils vielseitig und anspruchsvoll sind, ist kein Auftrag wie der Andere. Mal muss sogar eine entgleiste Lok mit einem Kran geborgen und zur Werkstatt abgeschleppt und anschließend wieder repariert werden. Dennoch ähneln sich einige Missionen leicht. Während man Reparaturen an den Loks durchführt, sticht das gute Modell der Lok hervor – und wenn man die einzelnen Teile auswechselt, merkt man auch, welche vielen Details an den Fahrzeugen alle umgesetzt wurden. Leider gibt es von jeder Zugart – elektrisch, Diesel, Dampf – nur jeweils zwei Fahrzeuge. Die drei vorhandenen Garagen können verbessert und vergrößert werden – Voraussetzung ist, dass man über das benötigte Geld verfügt.

Auch der Onlinehandel ist im Spiel integriert. Ersatzteile für Loks müssen bestellt werden – sehr realistisch, denn sie liegen nicht in Unmengen in der Garage rum. Man kann fast sagen, dass eine Wirtschaftssimulation integriert ist. Aber das erwirtschaftete Geld ist schnell wieder weg, weil (teure) Teile gekauft werden müssen. Hier wäre noch mal eine Anpassung adäquat. Es kommt auch häufiger vor, dass man einen Außeneinsatz hat. Dazu steht dem Spieler eine Lok zur Verfügung, mit der auf der großen, frei befahrbaren Karte gefahren werden kann. Die verbaute Vegetation ist sehr vielseitig, welche durch eine annehmbare Grafik unterstützt wird. Auf den Fahrten begegnet man hin und wieder anderen KI-Loks und sogar Abzweigstellen, an denen sogar Weichen gestellt und somit der Weg bestimmt werden muss. Die Fahrphysik der Züge in der freien Welt lässt zu wünschen übrig – aber es ist ja schließlich auch keine Zug-Simulation, sondern ein Mechanic Simulator. Schön, dass es dieses Feature zusätzlich gibt. Um so schöner sind dafür die einzelnen Führerstände der Lokomotiven. Begleitet wird man von sich ständig wechselnden Wettereffekten – toll!

Schnell steht man aber auch da und weiß nicht, was man machen soll – arbeitet man Mission für Mission ab, geht die Motivation natürlich nach einiger Zeit verloren. Wir wundern uns auf jeden Fall nicht, denn man muss nichts Großartiges erreichen oder freischalten. Da kommt die Frage auf, wofür man es überhaupt mache. Im Car Mechanic Simulator 2015 konnte man alte, verrostete Autos kaufen, diese reparieren bzw. aufwerten und anschließend wieder (teuer) verkaufen. Schön wäre es, wenn es dieses Features auch im Train Mechanic Simulator geben würde. Ein weiterer großer Nachteil ist, dass der Spieler die Steuerung nicht nach seinen Wünschen anpassen kann. Insgesamt hat das Spiel aber eine einfache Steuerung.

Fazit

Da hatten die Entwickler keine schlechte Idee – wer Zug fahren will, für den ist dieses Spiel definitiv nichts. Wer allerdings etwas mehr an Zügen herumschrauben und ausprobieren möchte, kommt auf seine Kosten. Dieses Spiel ist wegen den vielen verbauten Details, die man beim Reparieren von Zügen begegnet, komplexer. Die Grafik könnte besser ausgereifter sein. Ein schönes Feature ist die frei befahrbare Außenwelt im Spiel. Hier kommt – trotz, dass nach einiger Zeit die Motivation “im Keller” ist – etwas Abwechslung ins Spiel. Man muss also nicht nur Züge reparieren, sondern auch bergen und abschleppen.

 

Pro & Kontra 

Pro 

  • Detailreiche und schön modellierte Loks
  • Schöner Nachbau der einzelnen Führerstände
  • Große, frei befahrbare Welt
  • Züge müssen mit einem Kran geborgen werden
  • Garagen können verbessert werden
  • Onlinehandel: (Ersatz-)Teile müssen bestellt werden
  • Gut umgesetzte Werkstätten (inkl. Büro)
  • Einfache Steuerung
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Kontra

  • Komplex durch viele an den Loks verbaute Details
  • Schlechtes (Geld-)Wirtschaftssystem
  • Keine realistische Fahrphysik der Züge
  • Wenige Zugmodelle
  • Steuerung kann nicht vom Spieler angepasst werden
  • Keine Langzeitmotivation
  • Viele Missionen ähneln sich leicht
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Hiermit wurde das Review verfasst

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Dennis Pitz

Ich bin Dennis, Mitgründer von GamesAry. Mein Aufgabengebiet ist die komplette Organisation und Koordination des gesamten Teams. Des Weiteren bin ich im Support tätig und schreibe Artikel jeglicher Art.