Train Sim World: CSX Heavy Haul – Das Review

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Die neue Zugsimulation Train Sim World: CSX Heavy Haul soll dem Train Simulator weit im Voraus sein. An Bord ist eine komplett neue Grafik. Dovetail Games, die Entwickler des Spiels, werben mit dem Spruch „Fühle die Details“. Klingt doch gar nicht schlecht, oder?

Das Spiel beinhaltet eine Strecke mit drei verschiedenen Loks und acht Szenarien – für ein komplettes Spiel sehr ausgedünnt. Zwei von den drei Loks sind dabei sehr identisch. Man muss aber sagen, dass die Loks sehr detailliert und ausgebaut sind. Der Spieler kann viele Schalter der Lokomotiven mit Auswirkungen nutzen. Dazu gehören unter anderem Motor starten, Heizung/Kühlung regulieren (mit Sounds), diverse Lichtschalter und sogar verschiedene Sicherungen bedienen. Eine Lok aufzurüsten ist ein relativ aufwendig, wie in der Wirklichkeit auch. Auch die komplett neue Grafik ist äußerst realistisch; so macht es umso mehr Spaß, die frei begehbare Welt zu entdecken. Am Anfang wird man von mehreren Tutorials „begrüßt“, welche sich nicht überspringen lassen. Diese sind zwar sehr informativ gestaltet – man wird durch die Lok geführt und alles muss direkt im Anschluss ausgeführt werden – beinhalten aber auch Sachen, die im Voraus verständlich sind. Die Tutorials am Start des Spiels sind ziemlich lange und darum ist es umso negativer, das Tutorial nicht überspringen zu können.

Die Welt und die Strecke sind sehr schön. Auf der Fahrt mit den sehr schweren Güterzügen begegnet man vieler guter und abwechslungsreicher Vegetation. Dennoch sind freie Strecken(-abschnitte) nicht komplett ausmodelliert. Die Vegetation wiederholt sich auffällig oder ist nicht komplett verbaut worden. Obwohl der Großteil der Strecke schön gestaltet ist, ist der Spielspaß auch schnell wieder zu Ende: Die Strecke wirkt sehr langweilig und eintönig. Teilweise gibt es auch sehr langsame Geschwindigkeiten über ellenlange Abschnitte. Ein weiterer Faktor dafür ist, dass nur an zwei Punkten der Strecke (nördlich, südlich) mithilfe der vorgegebenen Szenarien gestartet werden kann. Ein freies Spiel, wie im Train Simulator, sucht man hier vergebens. Ein Szenariobau ist ebenso im Spiel nicht möglich.

Der Schaltschrank einer Lok.

Dem Spieler werden nur wenige Auswahlmöglichkeiten überlassen: Die Szenarien enthalten vordefinierte Uhrzeiten und vorgegebene Startpunkte. Ausschließlich das Wetter kann manuell nach seinen eigenen Wünschen vor Spielstart eingestellt werden. Loks aufrüsten muss man nur in einem Szenario. Ansonsten stehen diese direkt voll aufgerüstet und fahrbereit zum Start des Spiels bereit, was eigentlich nicht realistisch ist. Vor allem zur Abwechslung sollte dieses Feature öfter vorkommen. Für Train Simulator-Spieler ergibt sich ein kleiner Vorteil: Die Steuerung ist ähnlich wie im Train Simulator.

Der Führerstand der SD-40.

„Fühle die Details“

Das ist der Werbespruch von Dovetail Games. Dieser lässt sich bestätigen: Der Lokführer muss die Drehscheibe bedienen können, welche viele und realistische Bedienelemente besitzt, eventuell die Lok tanken, wofür an die Tankstelle angefahren werden muss, der Tankdeckel geöffnet und der Schlauch eingehangen werden muss – alles ist nach realem Vorbild umgesetzt. Besonders in diesen Gebieten gibt es viele Kohletransporte. Deshalb gibt es auch eine Kohlebeladung. Der Lokführer hat die Aufgabe, mit 2 Km/h mit dem gesamten Zug unter die Kohlebeladestation zu fahren. Er wird durch die Technik der Lok dabei unterstützt. Der Ladevorgang erfolgt automatisch. Hier kann der Lokführer sich zurücklehnen und zugucken. Um Handweichen beispielsweise in einem Rangierbahnhof umzulegen, muss der Lokführer komplett aus der Lok aussteigen, zur Weiche gehen, diese anschließend (mit der Hand) umlegen und wieder auf die Lok „klettern“. Hier wurden bereits viele Dinge realistisch und detailreich umgesetzt.

Sogar Displays können im Spiel bedient werden.

Nur an der Fahrphysik der Züge hapert es noch ein bisschen. Züge beschleunigen ab und an verhältnismäßig schnell und bremsen auch teilweise unrealistisch stark ab – alles eine Sache der Zugzusammenstellung. Uns kommt es sehr komisch vor, dass man bei jeder einzelnen Bewegung eines einzelnen Schalters XP-Punkte bekommt. Wofür sind sie im Spiel überhaupt nötig? – Unsere Suche: ergebnislos. Das Spiel enthält zudem noch auffällig viele Bugs. Diese werden sicherlich in kommenden Updates von den Entwicklern Dovetail Games behoben.

Performance

In unserem Test ist die Performance sehr schlecht ausgefallen, welche mit sehr starken Performanceeinbrüchen zugleich begleitet wird. Selbst bei niedrigen Einstellungen ist die Performance deutlich unter dem Durchschnitt gegenüber anderen Simulationsspielen. Ein starker und neuer Computer ist für die Zug-Simulation auf jeden Fall nötig.

Fazit

Die Zug-Simulation Train Sim World: CSX Heavy Haul ist zum jetzigen Stand noch nicht ausgereift und spielbar. Hier hat der Train Simulator bisher deutlich „die Nase“ vorne. Grafisch ist das Spiel gut und überzeugt durch viele Details mit vielen bedienbaren Elementen. Doch die Performance ist sehr schlecht und das Spiel enthält neben teilweise fragwürdigen Fahrphysiken verhältnismäßig viele Bugs.

Derzeit können wir das Spiel noch nicht empfehlen – hier müsste man sich den weiteren Entwicklungsverlauf ansehen. Als gute Alternative können wir den Train Simulator weiterempfehlen.

In unseren Augen hat das Spiel noch viel Potenzial.

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Pro & Kontra 

Pro 

  • Loks sehr detailliert und ausgebaut
  • Informative Tutorials
  • Schöne, frei begehbare Welt
  • Gute Grafik
  • Viele bedienbare Elemente (Loks und Welt)
  • Gute Steuerung

Kontra

  • “Nur” drei Loks, zwei davon sehr identisch
  • Sehr schlechte Performance
  • Erste Tutorials können nicht übersprungen werden
  • Freie Strecken(-abschnitte) nicht komplett ausmodelliert
  • Viele Bugs
  • Wenig Fahrmöglichkeiten
  • “Nur” 8 Szenarien
  • Nicht viel Spielspaß
  • Es gibt nur zwei Startpunkte auf der Strecke
  • Kein Freies Spiel
  • Kein Szenariobau möglich
  • Strecke ist eintönig
  • Fahrphysik verbesserungswürdig
  • Loks sind von Anfang an direkt aufgerüstet

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Dennis Pitz
Zusammen mit Benjamin Zekavica habe ich GamesAry gegründet. Erfahrung zum Verfassen von redaktionellen und journalistischen Beiträgen konnte ich bei einer anderen - leider nicht mehr existierenden - präsenten Nachrichtenseite sammeln. Für GamesAry verfasse ich Beiträge auf unserer Internetseite und leite zudem noch die offizielle Facebook-Seite.