Mal in das echte Feeling eines Jägers kommen? Die Jagdsimulation mit dem Thema “Call of the Wild” soll wohl besser sein als das “klassische” theHunter, sagt man. Eins im Voraus: Es ist schwerer als gedacht …

Kaum hat man das Spiel gestartet, hat man nur noch eines im Kopf: Ein Tier finden und es so schnell wie möglich erledigen. Doch wer mit dieser Einstellung ins Spiel geht, wird schnell enttäuscht sein. Das Verhalten der Tiere ist nämlich sehr realistisch: Bei den kleinsten Geräuschen oder Erkennung und Geruch des Jägers sind sie schnell auf der Flucht – harte Nerven wären somit von Vorteil. Durch den enormen Schwierigkeitsgrad wird eine Langzeitmotivation geschaffen. Die meiste Zeit aber des Spieles verbringt man mit dem Umherziehen oder Ausharren auf Hochsitzen nach der Suche nach Tieren. Währenddessen ist dies eine Gelegenheit, die sehr große(n) Karte(n) zu erkundigen. Bis die gesamte Karte erkundet wurde, ist man mit weitaus mehr als 20 Stunden dabei.

Während der Ausschau nach vielen verschiedenen Tieren, wie Füchsen, Elchen, Bären oder Wildschweinen, ist die Atmosphäre positiv auffallend. Die Atmosphäre wird durch die vielen, unglaublich realistischen Sounds im Zusammenhang mit der Umgebung gut hervorgehoben. Auf dem “Spaziergang” begegnet man häufig neuen Gebieten, darunter Seen, Sümpfe und Trockengebiete. Nebenbei sind interessante Orte und Gegenstände anzutreffen. Scheunen sind keine Seltenheit – aber Windmühlen und Bunker sind nicht so schnell auffindbar. Durch das Besichtigen der Aussichtspunkte wird dem Spieler später eine Schnellreise ermöglicht. Dies wird später auch von Nöten sein, da der Jäger keinerlei Transportmittel zur Verfügung hat.

Mit der Zeit wird man von schön gestalteten Tag- und Nachtzyklen begleitet. Effekte, wie das Beleuchtungssystem und das Wetter, prägen sich demnach unterschiedlich stark aus. Die Wetterschwankungen sind sehr schön, dennoch wechseln sie viel zu häufig. Schon wieder Regen? Zeit auf einen festen Jagdort, wie einen Hochsitz oder ein Versteck, zu gehen. Dort können trocken Tiere beobachtet und gegebenenfalls erledigt werden. Wenn die Sonne dabei scheint, können die schönen Sonneneffekte beobachtet werden, wie die Sonnenstrahlen durch Wolken und Bäume und deren Blätter flimmern. Die Entwickler haben es dem Spieler dabei nicht einfach gemacht. Wurde einmal ein Tier an einem bestimmten Ort erschossen, kommt der sogenannte Jagddruck zum Einsatz. Tiere sind schlau: Sie merken sich, wo geschossen wurde. Im Jagddruckbereich wird der Jäger nicht so schnell wieder Tiere finden. Ausgeglichen werden kann er durch das Erstellen des Jagddrucks in umliegenden Gebieten.

Dank der verbauten Apex-Engine wird das Gefühl vermittelt, als wäre man in einem echten Wald. Ursprünglich war die hauseigene Engine für Ego-Shooter-Spiele gedacht. Die Spiele- und Texturgrafiken sind gestochen scharf. Ein besonders auffallendes Feature ist beim Schleichen auf dem Boden die natürliche Verhaltensweise der Natur: Beispielsweise knicken Grashalme währenddessen um. Auch die Tiere sehen sehr echt aus – sie sind einzeln oder auch in Herden anzutreffen. Bis man im Besitz einer guten Ausrüstung ist, ist viel Spielzeit notwendig. Das ist einerseits schade, da die Motivation und Hoffnung mit der Zeit langsam verloren geht. Dafür stehen dem Spieler aber später viele unterschiedliche Waffen inklusiver unterschiedlicher Munition, die auch diverse Auswirkungen haben, bereit. Die Simulation wurde mit einem Missionssystem versehen. Besonders erfreuend ist dabei, dass nicht nur Tiere erschossen werden müssen, sondern einfach auch ab und an “nur” Fotos geschossen werden müssen. Die Missionen sind jedoch nicht sonderlich lang und immer schwer.

Einen großen Pluspunkt erzielt das Spiel durch die besonders gute und ressourcenschonende Performance. Durch das sehr übersichtliche Spieloverlay und die Führung sowie Gestaltung ist der Spieler direkt mit dem Spiel vertraut. Durch ein Tutorial, welches dem Spieler ab und an (zu richtigen Zeitpunkten) Tipps gibt, wird der Einstieg in das Spiel um ein vielfaches erleichtert. Aber Vorsicht: Der Jäger kann auch von Tieren angegriffen und überrempelt werden und somit auch ums Leben kommen. Leider ist das Verhalten der Tiere, nachdem ein Schuss abgefeuert wurde, nicht ganz realistisch – trifft man ein Tier am Kopf bzw. ins Gehirn, läuft es noch kilometerweit weg. Hier ist noch etwas Nachholbedarf nötig.

Die Entwickler hatten den guten Gedanken, einen Multiplayermodus im Spiel zu inkludieren. Im Großen und Ganzen bereitet er noch mehr Spielfreude. Dennoch sind auch hier noch einige Verbesserungen nötig. Die Rollenverteilungen der Spieler sind nicht ganz gerecht: Nur der Host kann Entdeckungen und Hochstände aktivieren bzw. freischalten. Zudem gibt es mehrere Abstürze während des Spiels oder Freunde können nicht aufgrund von Serverproblemen gefunden werden.

Für das Spiel soll es noch weitere Updates geben, welche Verbesserungen und Fehlerbehebungen enthalten. Für die Simulation theHunter: Call of the Wild solle es in Zukunft weitere Karten und Tiere als DLC geben, gaben die Entwickler bekannt.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Spiel verhältnismäßig gut geworden ist. Besonders gut ist die Grafik und dabei die unglaublich gute Performance des Spiels. Man merkt, wie die Entwickler mit Liebe zum Detail gearbeitet haben – für viele ein Vorbild.

Eine Jagdsimulation ist nicht für jedermann etwas. Wer ein Tierliebhaber ist, sollte sich das Spiel unseren Rats nach besser nicht zulegen.

Pro & Kontra 

Pro 

  • Atemberaubende Grafik
  • Scharfe Texturen und viele Details
  • Schöne Effekte
  • Gute Atmosphäre
  • Realistische Stereo-Sounds
  • Zwei riesige Karten
  • Abwechslungsreiche Kartengebiete
  • Viele interessante Orte
  • Viele realistische Tiere
  • Viele abwechslungsreiche Waffen
  • Missionssystem
  • Sehr gute Performance
  • Mulitplayermodus an Bord
  • Realistische Verhaltensweisen von Natur und Tieren
  • Schöne Wettereffekte

Kontra

  • Sehr hoher Schwierigkeitsgrad
  • Missionen nicht lang und nicht immer schwer
  • Viel Spielzeit für gute Ausrüstung nötig
  • Verhalten der Tiere an einigen Stellen unrealistisch
  • Rollenverteilung im Multiplayermodus nicht gerecht
  • Erkunden der Karte dauert sehr lange
  • Zu häufig Wetterschwankungen
  • Menü etwas unübersichtlich gestaltet

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Dennis Pitz
Zusammen mit Benjamin Zekavica habe ich GamesAry gegründet. Erfahrung zum Verfassen von redaktionellen und journalistischen Beiträgen konnte ich bei einer anderen - leider nicht mehr existierenden - präsenten Nachrichtenseite sammeln. Für GamesAry verfasse ich Beiträge auf unserer Internetseite und leite zudem noch die offizielle Facebook-Seite.