Der Landwirtschafts Simulator 2017 – ein deutlicher Schritt in die Zukunft? Wir haben ihn ausführlich getestet und sind von zahlreichen, positiven als auch negativen, Überraschungen begegnet.

Wird das Spiel das erste Mal gestartet, fällt einem direkt die deutlich bessere Grafik als beim Vorgänger auf sowie auch die stark überarbeiteten Effekte. Leider gibt es sonst keine größeren Unterschiede vom Aussehen her, dennoch haben die Entwickler von GIANTS Software deutlich an der Performance gearbeitet – sie ist, wie es bei den Vorgängern auch der Fall war, unglaublich gut. Hier sind keine größeren Performance-Unterschiede im Gegensatz zu den Vorgängern festzustellen.

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GIANTS Software wirbt vor dem offiziellen Release des Spiels mit 250 integrierten und offiziell lizenzierten Fahrzeugen. So viele gab es noch nie zuvor. Soweit so gut: Die Entwickler haben den Fahrzeugen noch diverse Modifizierungen verpasst. Der Spieler kann auswählen, welche Modifizierungen installiert sein sollen, darunter Reifen, Gewichte, Farbe, Motor, Typ, Frontlader oder auch das Zugmaul. Der Preis variiert natürlich auch. Alle Fahrzeuge wurden mit einem Betriebsstundenzähler versehen.

Zu wenig Geld, um neue Fahrzeuge zu kaufen? – kein Problem! Fahrzeuge können im Shop anstatt gekauft auch gemietet werden, was allerdings seinen Preis hat. Hier merkt man, dass die Wirtschaft des Spiels einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht hat. Bisher empfanden viele Nutzer des Landwirtschafts Simulator den Shop sehr unübersichtlich. GIANTS Software hat dies zur Kenntnis genommen und den Shop deutlich übersichtlicher gestaltet. Vorinstallierte Fahrzeuge und Mods sind jetzt nicht mehr im Shop getrennt. Erstmals sind platzierbare (Fahrzeug)Hallen enthalten.

Die Karte

Neben der Map Goldcrest Valley wird die Map namens Sosnovka mitgeliefert, welche im osteuropäischen Gebiet angesiedelt ist. Diese war auch schon in der Gold-Edition des Landwirtschafts Simulator 2015 enthalten. Zahlreiche Objekte wurden auf der Map verbaut, jedoch sind die Karten etwas leblos.

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Auch mit den Grafikeinstellungen machte GIANTS Software einen großen Schritt nach vorne. Es gibt dutzende Einstellungsmöglichkeiten. Damit kann die Leistung auf PCs perfekt eingestellt werden. Zu den vielen Grafikseinstellungen gibt es noch ein sehr umfangreiches (Spiel)Menü, wo sich eine Lage über die Karte, Felder, Tiere, Wirtschaftslage und die Finanzen verschafft werden kann. Schweine sind als neue Tierart nun erstmals dabei. Jedoch kann man jetzt nicht mehr Tiere kaufen, die anschließend direkt auf der Kuhwiese rumlaufen. Ab der neuesten Version müssen Tiere beim Viehhändler mithilfe eines Viehanhängers abgeholt werden und anschließend zu der Kuhweide gebracht werden. Dort sind jeweils überall Trigger verbaut. Zusätzlich benötigen die Tiere neben Gras, Silo und Heu auch noch Wasser sowie eine saubere Umgebung. Etwas enttäuschend war, dass sich die Ställe nicht ausmisten lassen. Alle Statistiken können über das sehr übersichtliche und umfangreiche Menü eingesehen werden.

Wie man merkt, sind die Entwickler auf die Kritik und Wünsche der riesigen Community eingegangen. Wo es vorher nicht möglich war, überall alles abzukippen, ist es ab dem Landwirtschafts Simulator 2017 nun möglich, ohne weitere Mods zu installieren. Nur bei Flüssigkeiten ist dies nicht möglich. Mithilfe von Frontlandern oder Förderbändern kann das Abgeladene wieder leicht aufgeladen werden. Allerdings dauert der Vorgang mit den Förderbändern etwas länger, da diese keine großen Beförderungsmengen haben.

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Viele sind über das neu integrierte Radio sehr begeistert, allerdings ist es nicht ganz einfach, eigene Radiosender in das Radio/Spiel einzufügen. Neu ist, dass der Spieler eigene Gegenstände „in die Hand“ nehmen kann. Das ist vor allem bei der Forstwirtschaft ganz sinnvoll. Liegengebliebene kleine Baumstämme, die nicht zu schwer für den Bauern sind, können ganz einfach in den Holz-Häcksler geworfen werden. Aber auch andere Gegenstände, wie Tische oder Werkzeuge, können ebenfalls aufgenommen werden. Ab dem Landwirtschafts Simulator 2017 haben alle Gegenstände ihr eigenes Gewicht. Die Physik der Fahrzeuge, Gerätschaften und Anhänger wurde nochmals, im Gegensatz zum Vorgänger, stark überarbeitet. Es ist nun erkennbar, ob beispielsweise ein Anhänger beladen ist: Ist er beladen, ist es an den etwas geplätteten Reifen des tiefergelegten Anhängers deutlich sichtbar.

Nun kann auch die nervige Minimap, welche unten links in der Ecke gezeigt wird, vergrößert oder, je nach Wunsch, gar mit einem Klick entfernt werden. Der Spieler kann zu bestimmten Orten teleportiert werden. Möchte man sich beispielsweise die Kuhwiese angucken, kann man auf der Map die Kuhwiese anklicken und auf Wunsch auch dorthin telepotiert werden. Es ist jetzt sehr nützlich, mit funktionierenden (Rück)Spiegeln zu fahren. Allerdings könnten diese von den Entwicklern noch besser eingestellt werden, da man bisher nicht wirklich viel, oder das was man sehen möchte, sieht.

Spiele-Modis

Neben den Schwierigkeitsgeraden Leicht, Mittel und Schwer, kann der Spieler manuell drei Düngestufen hinzuschalten und, ob das Pflügen Pflicht sein soll. Düngerstreuer, Sämaschinen und Spritzen können mit sogenannten Bigpacks aufgefüllt werden. Leider dauert der Vorgang sehr lange, bis die Gerätschaften komplett mit den Bigpacks befüllt sind. Sojabohnen und Sonnenblumen sind als Pflanzenart das erste Mal dabei. Hinzu kommt, dass die Hofsilos nur noch eine begrenzte (Speicher)Kapazität haben. Durch platzierbare Hofsilos kann die Kapazität aber erweitert werden.

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Sind dir früher immer die Ballen vom Ballenanhänger runter gefallen? Im Landwirtschafts Simulator 2017 kein Problem mehr! – Von jetzt an können manuell Spanngurte angebracht werden, um Ballen, Paletten oder Holz zu sichern. Die Spanngurte müssen mit der Hand, also vom Bauern selbst, befestigt werden. Leider können aber keine Fahrzeuge auf Tiefladern gesichert werden. Die Helfer haben einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht – sie wenden vor Gegenständen wie Bäume oder fahren auch gegebenenfalls mit den Gerätschaften rückwärts. Bei eher runden Feldern lassen die Helfer gerne mal einige Ecken, vor allem gerne die Ränder, weg. Von Anfang an wird ein Fruchtzerstörungsmod von GIANTS Software mitgeliefert. Er ist optional hinzuschaltbar.

Fahrzeuge

Alle Fahrzeuge sowie auch die Umgebungsgeräusche wurden mit guten Sounds versehen. Besonders hört man die Reifen, wenn man mit ihnen auf dem Asphalt oder auch auf Feldwegen fährt. Wie im Vorgänger auch, gibt es wieder ein abwechslungsreiches neues Missionssystem, welches aber einen komplett anderen Aufbau hat. An jedem jedem Feld, welches nicht dem Spieler gehört, gibt es Aufträge, das Feld zu bearbeiten. Unserer Meinung nach ist aber der Umsatz, der dabei erzielt wird, viel zu hoch. Getreide kann beispielsweise auf die Züge geladen werden und direkt mit dem Zug selbst an Verkaufsstellen abgekippt werden. Die Modverwaltung ist sehr schön und übersichtlich. Der Multiplayermodus hat sehr viele Funktionen und funktioniert ohne großartige Probleme. Beim Laden der Server gibt es ab und zu Bugs. Durch ein Neustarten des Spiels ist der Bug für einige Zeit weg. Hier hofft man noch auf ein neues Update.

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Kommen wir zu einem Thema: Den Lenkrädern. Hier gibt es geteilte Meinungen. Sie wurden mit einer guten Steuerung ausgestattet und es gibt viele Einstellungsmöglichkeiten. Wird das erste Mal mit einem Lenkrad gespielt, muss der Nutzer zuerst alles manuell einstellen, welcher Knopf welche Funktion hat, sowie auch die Empfindlichkeit oder allgemeines Verhalten einstellen. Das ist leider etwas mehr Arbeit, da nach jeder noch so kleinen Änderung das Spiel neugestartet werden muss. Viele haben auf ein Force-Feedback gehofft, welches aber leider nicht im LS17 umgesetzt wurde.

Fazit

Der Landwirtschafts Simulator 2017 überzeugt durch viele positive Neuerungen, Änderungen sowie auch durch eine bessere Grafik. Die Performance ist dabei immer noch hervorragend.Vieles ist gut gelungen, bis auf die Lenkradunterstützung. Wir können dieses Spiel wirklich jedem ans Herz legen. Einen so guten Landwirtschafts Simulator gab es bisher noch nie und wird es auch so schnell nicht geben.

Pro & Kontra 

Pro 

  • Verbesserte Grafik und Lichtereffekte
  • Realistische Fahrzeuge
  • Zahlreiche lizenzierte Fahrzeugmarken (250 insgesamt)
  • Neue Features (Schweinezucht, weiblicher Charakter)
  • Tolles Interface und übersichtliches Hauptmenü
  • Realistische Physik beim Beladen
  • Für die Konsole können nun auch Mods entwickelt werden
  • Günstigere Preise beim Händler
  • Sehr gute Performance und wenig Speicher fressend
  • Züge können nun auch gefahren werden
  • Umfangreiches Begleitmaterial in der Box Version

Kontra

  • Beim Spielen (Box Version) muss der Datenträger eingelegt sein
  • Karte wirkt etwas leblos
  • Schlechte Lenkradunterstützung
  • Serverprobleme (Multiplayer)
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